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Spinnen werden aus Unkenntnis, abgeleitet aus Horrorfilmen, sowie Überlieferungen alter Sagen und Mythen als gefährlich, mysteriös und einfach nur ekelig empfunden. Wir werden Spinnen mit unserer Sicht der Dinge allerdings nicht gerecht. Insekten würden sich sprunghaft vermehren und zu einer Plage für die Menschen werden, wenn nicht die Spinnen zur Bestandsregulierung ihren Beitrag leisten würden. Mit dem Film “Leben am seidenen Faden” hat Horst Stern im wesentichen Maße in Deutschland dazu beigetragen, die Spinnen zu verstehen.
Nur wenige kennen die teilweise farbenprächtigen, wundervoll gemusterten, behaarten Tierchen mit acht Beinen, bewundern ihr Fangverhalten und sind fasziniert von den oft außergewöhnlichen Verhaltensweisen. Obwohl alle Spinnen, mit Ausnahme der Kräuselradnetzspinnen giftig sind, können nur wenige Arten dem Menschen gefährlich werden, da die Chelicerenklauen der meisten Spinnen nicht geeignet sind, die menschliche Haut zu durchdringen. Somit kann das teilweise sehr wirksame Gift nicht in die menschliche Blutbahn gelangen.
Ich habe erst im Lauf der Zeit gelernt, meine aus der Kinderzeit herrührende Abneigung gegen Spinnen abzulegen. Es ist einfach faszinierend der Brautwerbung eines Spinnenmännchens zuzusehen, wenn es auf dem Radnetz mit den Beinen Vibrationen erzeugt, ein Brautgeschenk übergibt und blitzschnell verschwindet, bevor es zur Beute seiner Angebeteten wird.
Nehmen Sie sich doch einmal die Zeit und beobachten Sie die verschiedenen Verhaltensweisen der Spinnentiere. Entdecken Sie Jäger, die am/im Netz auf Beute warten, oder die flinken Gesellen, die ihre Beute verfolgen. Sie werden mit etwas Geduld Einblicke in die Ihnen bislang verborgene Welt nehmen können.
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